Ohne Girokonto läuft nicht viel
Die deutsche Übersetzung für das italienische Wort “Giro” ist Kreis. Ein Girokonto bietet also im übertragenen Sinn dem Geld die Möglichkeit, zu “kreisen”. Es dient dem bargeldlosen Zahlungsverkehr. Einzahlungen oder Lastschriften erfolgen zu Gunsten oder zu Lasten des vom Kreditinstitut geführten Kontos.
Vor etwa 50 Jahren war es noch völlig normal, den Lohn bar auszuzahlen. Das verdiente Geld steckte in einer so genannten Lohntüte und ein autorisierter Mitarbeiter der Firma zählte es dem Arbeiter oder Angestellten bar auf die Hand. Sowohl der Briefträger, als auch der Gas- oder Stromableser kamen am Monats- oder Jahresende “kassieren”. In allen Geschäften und für jede Dienstleistung wurde ganz selbstverständlich bar bezahlt.
Im Laufe der Jahre setzte sich der bargeldlose Zahlungsverkehr immer mehr durch. Jeder Bürger war früher oder später ganz einfach gezwungen, ein Girokonto einzurichten. Lohntüten wurden abgeschafft, weil es für den Arbeitgeber natürlich viel einfacher und bequemer wurde, den Lohn oder das Gehalt zu überweisen. Je weiter sich die Technik entwickelte, umso mehr Dienstleister und Lieferanten stellten auf bargeldlosen Zahlungsverkehr um. Heute ist ein Girokonto für jeden, der am öffentlichen Leben teilhaben möchte, unerlässlich.
Bareinzahlungen, Bargeld abheben, Überweisungen, Daueraufträge oder das Erteilen von Lastschriften ist möglich. Die meisten Kreditinstitute betreiben Filialen mit kompetenten Mitarbeitern. Sie helfen beim Ausfüllen von Formularen oder übernehmen in vielen Fällen sogar die Abwicklung von Zahlungsvorgängen. Die Kontoführungsgebühren weichen von Bank zu Bank sehr stark voneinander ab. Wer ein Girokonto einrichten möchte, sollte deshalb ganz genau nachfragen und vergleichen.
Mit dem technischen Fortschritt werden die Bankangestellten zunehmend von Selbstbedienungsterminals und dem Online Banking verdrängt. Neben dem Verlust des direkten Kundenkontaktes hat diese Entwicklung jedoch auch zahlreiche Vorteile. Der Kontoinhaber ist von den Öffnungszeiten völlig unabhängig. Ob Kontoauszug drucken, Bareinzahlungen, Auszahlungen, Überweisungen oder Kontosperrung: Sogar am Wochenende oder an Feiertagen ist der Zugriff auf das Girokonto problemlos möglich.
Die meisten Menschen besitzen einen Computer mit Internetanschluss. Hier bietet sich das Onlinebanking geradezu an. Ohne die Wohnung verlassen zu müssen, lässt sich das Girokonto verwalten. Wer einige Sicherheitsregeln beachtet, braucht sich nicht zu sorgen, dass seine Daten in falsche Hände geraten oder Fremde Geld von seinem Konto abheben. Ausgefeilte Programme bieten inzwischen ein hohes Maß an Sicherheit. Auch für das bargeldlose Bezahlen von im Internet gekauften Produkten ist Online Banking hervorragend geeignet. Das Girokonto erspart in diesem Fall lange Wege in Geschäfte und anstrengende Shoppingtouren.
Mit dem Online Banking entwickelten sich Online- oder sogenannte Direktbanken. Auch dort kann sich der Kunde ein Girokonto einrichten lassen. Wer keinen Wert auf eine Filiale und persönliche Ansprechpartner legt, ist mit einer Online-Bank meist sogar besser beraten. Die Gebühren sind niedriger oder entfallen ganz und das Geldinstitut zahlt zum Teil beachtliche Guthabenzinsen.
